Am Wochenende stand in unserer Regionalzeitung dass der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA) Herr Karl – Heinz Schneider in der BILD Zeitung angekündigt hat, dass ab 2009 auf allen Autohöfen dass Übernachtparken Gebührenpflichtig ist und zwar zwischen €10,00 und €15,00 !
Der Vorsitzende begründet das mit den hohen Kosten der Parkanlagen und den zu geringen Einnahmen! Er sagt, dass nur 30% der dort parkenden Leistungen der Autohöfe in Anspruch nehmen, der Rest parkt nur, ohne Geld auf dem Autohof zu lassen!
Im ersten Moment verständlich!
Als Nutzer von Autohöfen mach ich mir dazu aber so meine Gedanken.
Vor, ich glaube 10/15 Jahren, ich weiß das aber nur aus Erzählungen, taten sich drei oder vier Autohofbesitzer zusammen und wurden beim Verkehrsministerium vorstellig, mit der Bitte, dass Sie durch ein Schild an der Autobahn auf ihren Betrieb aufmerksam machen können.
Die Begründung war: Wir haben 24h geöffnet, man kann rund um die Uhr bei uns essen, wir haben mindestens über 50 KOSTENLOSE LKW-PARKPLATZE und ausreichend sanitäre Einrichtungen, wo Reisende sich Waschen oder duschen können und das nicht nur für Lkw-Fahrer!
Es geschah ein Wunder! Was diese drei angezettelt hatten stieß bei den Behörden auf offene Ohren!
Das Hinweisschild, blau mit weißem Ring und darin ein Lkw mit dem Zusatz Autohof, wurde geschaffen und so wie immer in Deutschland, wurden Regeln erstellt wann ein Autohof berechtigt war dieses Schild zu beantragen und an der Autobahn aufstellen.
Nun war die Welt in Ordnung und die Voraussetzungen, die zum Erhalt der Schilder führten wurden später auch in die Satzung der VEDA als Grundlage übernommen!
Als dann die Osterweiterung durch den Zusammenschluss beider Teile Deutschland kam, passierte folgendes: Vor dem sanitären Bereich der Autohöfe standen plötzlich ein Tisch mit einem Teller und einem Stuhl auf dem meisten eine Frau saß, die für den Toilettenbesuch kassierte! Da diese Personen in der Regel kein deutsch sprachen wurde auf einem Plakat hingewiesen, damit die Toiletten immer so sauber sind….? möchte man doch bitte bezahlen! Ich kannte so etwas aus der ehemaligen DDR. Die dort kassierten, waren in der Regel von der Stasi und die interessierte sich nicht für die Sauberkeit der Toiletten, sondern für das was da gesprochen wurde!
Durch die Umstellung von DM auf Euro änderte sich nicht die Speisekarte sondern nur die Preise. Plötzlich bezahlte man für eine Currywurst mit Pommes € 7,50 ( fast 15,00 DM) mehr als zu DM-Zeiten für ein Ziegeunerschnitzel (ca. 14,00DM). Der Pott Kaffee kostete über € 2,00 (4,00DM, das Pfund Kaffee im Laden ca. €4,00) und die Frikadelle mit einem trockenen Brötchen liegt auch schon bei einem bescheidenem Betrag von €3,50 (DM7,00)! Wehr soll, oder besser wehr will das noch bezahlen! Die Spesen reichten nicht mehr aus um sich zu beköstigen! Für den Preis von 20 Pötten Kaffee kaufte man sich im Autohof eine gute Kaffeemaschine und kochte sich seinen Kaffee selbst, der dann vielleicht €0,10 kostete! Durch den Einbau von Einbautisch und Kühlschrank, die man auf den Autohöfen gekauft hatte, wurde man ungebundener. Man sich sein Brot und Aufschnitt von zu Hause mit und ging dann nur noch einmal auf dem Autohof die warme Mahlzeit zu sich zu nehmen!
Wenn nun die Autohof-Besitzer klagen, dass Ihre Umsätze nur noch so gering sind, sollten Sie sich mal Gedanken machen über ihre Preise! Wenn wir deutschen Fahrer es uns schon nicht mehr leisten können unsere Mahlzeiten auf dem Autohof einzunehmen, wie sollen das dann unsere ausländischen Kollegen, speziell die aus dem Osten! In Belgien und Frankreich findet man diese Kollegen schon öfter im Truckstop und das nur weil deren Preise viel moderater sind! Vielleicht sollte man auch mal auf die Wünsche der Kunden eingehen. Wenn ich die letzten 10 – 15 Jahre zurück denke, von Flensburg bis Garmisch und von Aachen bis Frankfurt/Oder sind die Speisekarten fast gleich! Viele Autohöfe werben mit tollen Salatbüfetts die Teller sind aber so klein, das man noch nicht einmal von jedem etwas auf den Teller legen kann!
Als ich 1996 die USA besuchte, sah ich erst den Unterschied! Hier gab es extra Gasträume für die Lkw-Fahrer “For Truckers only” Keine Touristen und Busgesellschaften rannten lärmend durch den Raum, wo du als Fahrer in Ruhe deine Pause machen wolltest. Das Salatbüfetts glich in der Regel dem eines Spitzenhotels und man konnte sich so oft bedienen wie man mochte. Man konnte wählen zwischen Alla Cart und Büffet. Wenn man Büffet gewählt hatte konnte man so oft nachbestellen wie man wollte und das ohne Aufpreis! Das Höchste, was ich da bezahlt habe, war für T born- Steak “SATT” mit Backkartoffell, Gemüse und natürlich Salat, waren $9,50 auch wenn noch ein T born- Steak rein passte!!! Und dann zu den Getränken! Kaffee “SATT” $0,45! Es wurde immer wieder nachgeschenkt, ohne das man die Bedienung rufen musste und ich sah, wie den Fahrern auch noch die Thermoskanne aufgefüllt wurde bevor sie weiterfuhren! In Deutschland muss man für diesen Service extra zahlen! Oder Cola, 1Ltr. $1,00 und auch hier wird nachgeschenkt ohne nachzuberechnen!
Auf den großen Truck Stops findet man zwishen den Parkspuren, Anschlüsse für Kabelfernsehen Stromanschlüsse für den Kühler und Shuttel Service der ein vom Truck zum Restaurant bringt und natürlich auch wieder zurück!
Das Einzigste was man dort nicht bekommt, weder im Restaurant noch im Shop sind alkoholische Getränke! Ist auch kein Verlust für Kraftfahrer
Bei vielen unserer Autohöfe wird man den Gedanken nicht mehr los, dass der Reisende mit dem Pkw lieber gesehen wird, als der Brummi- Fahrer. Die PKW Reisenden sind immer noch der Meinung, wo viele Kapitäne der Landstraße parken und diese auch essen gehen, da stimmt das Preis-Leistungs Verhältnis!
Es ist meiner Meinung bei vielen Autohöfen nicht mehr so.
Fazit: Sollen unsere deutschen Autohöfe ruhig so weitermachen, vielleicht ändert sich etwas durch die neue Autohofkette “Flying J” Autohöfe Europa! Wenn die ihre Autohöfe so führen, wie sie es in den Staaten machen…………… ! Man kann nur hoffen!